Frequently Asked Questions

Lokalisierung – was ist das eigentlich?

Sprache ist gleichzeitig Kulturgut. Oft ist auch Technik, Design, Grafik und Benutzerfreundlichkeit im Spiel, wenn es darum geht, beispielsweise eine Software vom Deutschen ins Englische zu übertragen. Der Begriff „Lokalisierung“ umschreibt demzufolge Dienstleistungen, die über das reine Übersetzen hinausgehen und alle Aspekte bei der Adaption des jeweiligen Mediums an den neuen Markt mit einbeziehen.

Was ist ein Translation Memory-System?

TM-Technologie wird von allen professionellen Anbietern bei der Lokalisierung eingesetzt. Dabei werden im Verlauf der Übersetzung Übersetzungsspeicher-Datenbanken (Translation Memories) erstellt, mit deren Hilfe Dokumente bei späteren Revisionen schnell und kostengünstig aktualisiert werden können. Ein Translation Memory kann sowohl durch laufende Übersetzungen als auch durch die Segmentierung (Alignment) von bereits angefertigten Übersetzungen erstellt werden.

Gemino übernimmt für Sie auch die Verwaltung, Pflege und Archivierung Ihrer projektspezifischen Translation Memories.

Wie arbeitet der Übersetzer mit einem Translation Memory-System?

Vor Übersetzungsbeginn wird der zu übersetzende Text in vier Kategorien segmentiert. Anhand derer können Bearbeitungsaufwand und Kosten präzise abgeschätzt werden.

  1. Das Segment ist zu 100 % identisch mit einem schon übersetzten Segment. Der Übersetzer prüft, ob die vorgeschlagene Übersetzung dem neuen Kontext entspricht, und bestätigt gegebenenfalls den Vorschlag aus dem Translation Memory.

  2. Im zu übersetzenden Text kommen Segmente wiederholt vor. Nur das erste Segment wird übersetzt. Die restlichen werden wie unter Punkt 1 bearbeitet.

  3. Ein Segment im zu übersetzenden Text stimmt teilweise mit einem Segment aus dem Translation Memory überein. Der Übersetzer sieht die Prozentzahl der Übereinstimmung und erhält Informationen zur verwendeten Terminologie aus dem Translation Memory. Er übersetzt das Segment anhand dieser Informationen, es wird automatisch im Translation Memory abgespeichert.

  4. Im Translation Memory sind keine ähnlichen Segmente abgespeichert. Der Text muss vom Übersetzer neu übersetzt werden. Er kann jedoch auf die im Translation Memory enthaltene Terminologie zurückgreifen.

Was sind die Vorteile des Translation Memory-Systems?

Sätze, die sich wiederholen, können bei der nächsten Übersetzung erkannt und automatisch eingefügt werden. Somit lassen sich Texte schon während der Erstübersetzung effizient und höchst konsistent bearbeiten. Das spart bei richtigem Einsatz viel Zeit und Geld.

Optimierung der Konsistenz: Die Terminologie und der Stil der übersetzten Texte ist konsistenter, da der Übersetzer die Datenbank als Referenz verwenden kann und die Möglichkeit besteht, Glossare in das Translation Memory-System zu importieren.

Beschleunigung der Übersetzungsarbeit: Bei sich wiederholenden Texten oder Aktualisierungen wird der Arbeitsaufwand enorm reduziert.

Kostenersparnis: Für bereits vorhandene Übersetzungen oder Wiederholungen wird nur ein Bruchteil des Wortpreises berechnet.

Kostentransparenz: Die Ausgangssprache wird als Grundlage für die Angebotserstellung genommen. Das wirkt sich positiv auf die Übersetzungskosten aus, da der übersetzte Text meist länger ist als der Ausgangstext.

Was versteht man unter Offenen Standards?

Offene Standards sind im Übersetzungsbereich meist XML-basierte Standards zum Austausch von Lokalisierungsdaten, die mit unterschiedlichen TM-Systemen erstellt worden sind. Die Vorteile sind: Keine Produktbindung, freie TM-System-Wahl, größere Auswahl an Sprachdienstleistern und Übersetzern, Wiederverwendung der Daten, kein Datenverlust. Gemino empfiehlt den Einsatz von TM-Systemen, die auf offenen Standards basieren. Typische offene Standards sind: XLIFF (XML Localization Interchange File Format), TMX (Translation Memory eXchange) und TBX (Term Base eXchange).

Wo liegen die Grenzen des Translation Memory-Systems?

Selbst bei zu 100 Prozent identischen Sätzen oder Textpassagen kann die Übersetzung nicht einfach ohne Prüfung aus dem Translation Memory übernommen werden. Ein und derselbe Satz in der Ausgangssprache kann in Abhängigkeit vom Kontext in der Zielsprache durchaus unterschiedlich übersetzt werden müssen. Aus diesem Grund müssen auch identische Sätze vom Übersetzer bestätigt werden.

Ich möchte meine Software/Website/Dokumentation übersetzen bzw. lokalisieren lassen. Wie gehe ich dabei vor?

Sprechen Sie mit uns. Unsere Berater und Projektmanager besitzen sowohl eine linguistische Fachausbildung als auch dezidierte Kenntnisse im Projektmanagement. Wir beraten Sie individuell und schlagen den für Ihre Anforderungen effektivsten Weg vor.

Warum sollte ich gerade Gemino mit meiner Übersetzung beauftragen?

Gemino verfügt auf der einen Seite über das Know-how und die Ressourcen aus rund 20 Jahren Tätigkeit in diesem Bereich und auf der anderen Seite über die Aufmerksamkeit und Flexibilität, die eben nur ein mittelständisches Unternehmen jedem einzelnen seiner Kunden zuteil werden lassen kann.

Wie kann ich meinen zu übersetzenden Text an Gemino liefern?

Per Post oder durch elektronischen Datenaustausch: Gemino kann nahezu alle zurzeit üblichen Dateiformate verarbeiten. Das bedeutet, wir arbeiten in den meisten Fällen direkt mit den Originaldateien. Für Sie als Kunden ergeben sich daraus viele Vorteile: Sie müssen Dateien nicht erst konvertieren bzw. deren Textinhalte extrahieren. Dies spart Zeit und reduziert das Risiko von Übertragungsfehlern. Dabei garantiert Gemino die technische bzw. formelle Integrität der zur Übersetzung gelieferten Originaldateien.

Wie lange dauert die Anfertigung meiner Übersetzung bzw. die Durchführung meines Lokalisierungsprojekts?

Eine genaue Einschätzung ist natürlich erst bei Vorliegen der Dateien möglich. Als Anhaltspunkt kann von folgenden Werten ausgegangen werden: Ein erfahrener Übersetzer übersetzt in Abhängigkeit von der Textart zwischen 250 und 300 Wörter in der Stunde, d. h. durchschnittlich 2.200 Wörter am Tag. Das entspricht rund 8 DIN A4-Seiten. Falls erforderlich, kann die Bearbeitungsdauer durch paralleles und vernetztes Arbeiten mehrerer Übersetzer bis zur Express-Übersetzung mit Lieferung am selben oder kommenden Arbeitstag verkürzt werden.

Was kostet mich die Übersetzung meiner Texte?

Eine genaue Einschätzung ist natürlich erst bei Vorliegen der Dateien möglich. Die Berechnung der eigentlichen Übersetzung (die in den meisten Fällen den wesentlichen Anteil an den Kosten eines Lokalisierungsprojekts darstellt) erfolgt meist pro Wort der Ausgangssprache. Die Wortpreise liegen dabei je nach Textart, Textformat und Sprachkombination zwischen 0,12 und 0,25 EUR pro Wort.

Gibt es Übersetzungssoftware, mit der ich meine Übersetzung kostengünstiger anfertigen kann?

Es gibt zurzeit unterschiedliche Produkte zur automatisierten Übersetzung auf dem Markt. Die Qualität der Übersetzungen ist dabei stark abhängig von der Komplexität der Ausgangstexte. Eine Nachbearbeitung der Übersetzung durch einen „menschlichen“ Übersetzer ist in so gut wie allen Fällen unabdingbar.

Gemino übernimmt auch die Durchführung und Überarbeitung maschineller Übersetzungen.

Was versteht man unter Maschineller Übersetzung?

Mit maschineller Übersetzung oder MT (Machine Translation, Maschinenübersetzung) ist die automatische Übersetzung eines Textes in eine Zielsprache mit Hilfe eines Computerprogramms gemeint. Im Gegensatz zur maschinellen Übersetzung gibt es die maschinenunterstützte Übersetzung (Computer Aided Translation, CAT), bei der ein menschlicher Übersetzer lediglich von einem Translation Memory-Tool unterstützt wird und die Entscheidung für die Übersetzung des Textes selbst trifft. Die Maschinenübersetzung läuft dagegen weitgehend ohne menschlichen Eingriff ab. Es gibt verschiedene technologische Lösungsansätze für die Arbeitsweise einer solchen Software. Je nach Ansatz des Programms kann der Ausgangstext Wort für Wort anhand festgelegter grammatischer Regeln oder mit statistischen Analysen in den Zieltext überführt werden. Das Ergebnis ist eine Übersetzung, die im Anschluss skalierbar nachbearbeitet werden kann. Eine rein maschinelle Übersetzung ohne menschliche Optimierung ist in den meisten Fällen nicht ausreichend und eine Nachbearbeitung durch einen Fachübersetzer oder Linguisten notwendig.

Wie weit ist die Entwicklung von Maschinellen Übersetzungssystemen?

Ein Hauptvorteil beim Einsatz moderner MT-Technologie ist, dass sie den Durchsatz erheblich erhöht. Dies kann in einer unterschiedlichen Zeit- und Kostenersparnis resultieren. So werden bei einem gut strukturierten, fachlich homogenen Text oft bessere Ergebnisse erzielt als bei Texten, die Ironie, Humor, Dialekt, Jugendjargon oder ähnliche Elemente und Stilmittel aufweisen. Die Effektivität hängt vor allem von folgenden Faktoren ab: Qualität und Quantität der Ausgangstexte, der Zielgruppe, dem Zweck der Übersetzung und den Inhalten. Um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, muss das MT-System trainiert werden, d. h. mit spezifischen Informationen zu den oben genannten Faktoren „gefüttert“ werden. Das Training ist für jede Sprachkombination, für jede Textart und jedes Thema erforderlich und unterscheidet sich je nach Ansatz des MT-Systems. Ob und in welchem Umfang eine anschließende professionelle Nachbearbeitung der Texte durch einen Fachübersetzer oder Linguisten notwenig ist, hängt vom Zweck der Texte ab. Aufwand und Kosten der Nachbearbeitung können durch sinnvolles Training des MT-Systems verringert werden.

Gibt es bei Gemino einen Mindestauftragswert oder eine Mindestanzahl an zu übersetzenden Wörtern?

Grundsätzlich übernimmt Gemino Übersetzungsprojekte jeder Größe. Um unsere anfallenden Kosten auch bei kleineren Übersetzungen zu decken, arbeiten wir mit einem Mindestauftragswert, der – je nach Sprache – zwischen 35 und 45 EUR liegt.

Einer meiner Mitarbeiter spricht Englisch. Ist es günstiger für mich, wenn dieser die Texte erst übersetzt und ich anschließend Gemino beauftrage, die Übersetzung zu überprüfen und zu korrigieren?

Davon ist in den meisten Fällen abzuraten. Zum einen bestehen gravierende qualitative Unterschiede zwischen einer durch einen „Laien“ angefertigten und einer durch einen ausgebildeten und erfahrenen Fachübersetzer erstellten Übersetzung. Zum anderen ist die Überarbeitung einer nicht optimalen Übersetzung wesentlich zeit- und damit auch kostenaufwendiger als die Übersetzung selbst. Dazu kann in vielen Fällen bei einer Überarbeitung nicht die Qualitätsstufe erreicht werden, die bei einer von Anfang an professionell durchgeführten Übersetzung erzielt wird.

Was sind die wesentlichen Faktoren, die die Qualität einer Übersetzung beeinflussen?

Neben ausreichend geeignetem Referenzmaterial und einem vor Beginn der Übersetzung zu erstellenden Glossar mit branchenüblicher Fachterminologie spielt die Qualifikation der Übersetzer eine wesentliche Rolle. Gemino setzt ausschließlich Fachübersetzer mit Berufserfahrung ein, die sich auf ihre jeweiligen Fachbereiche spezialisiert haben. Unsere Übersetzer sind ausnahmslos Muttersprachler der Sprache, in die sie übersetzen, und leben im Land der jeweiligen Zielsprache.

Zudem arbeitet Gemino bei der Qualitätssicherung nach DIN EN ISO 17100. Diese übersetzungsspezifische Norm schreibt beispielsweise ein Vorgehen nach dem Vier-Augen-Prinzip vor. Somit ist es nicht ausreichend, wenn der Übersetzer seinen Text nach erfolgter Übersetzung noch einmal korrigiert. Der Text muss im nächsten Schritt immer von einem weiteren Fachübersetzer gegengelesen werden.

Welche Rolle spielt die Qualität des Ausgangstextes für die Übersetzung?

Kurz gesagt: Je höher die Qualität des Ausgangstextes, desto geringer können die Übersetzungskosten gehalten werden, daher spielt die Qualität eine große Rolle. Durch Beachtung bestimmter Regeln, schon während der Ausgangstexterstellung, können die zu erwartenden Übersetzungskosten gesenkt werden, und zwar wenn technische Redakteure oder Texter an eine übersetzungsgerechte Gestaltung der Texte denken. Hierbei ist insbesondere Verständlichkeit, Terminologiekonsistenz und das Vermeiden von kultur- und landesspezifischen Formulierungen gemeint, aber auch das Vermeiden von Text in Grafiken. Dies alles versteht man unter dem Schlagwort „Internationalisierung“. Unverständliche, inkonsistente Texte, gespickt mit Regionalismen, erhöhen den Aufwand des Übersetzers und verringern die Wiederverwendbarkeit der Übersetzungen.

Doch nicht immer können Texte in einem Idealszenario erstellt werden, daher bietet Gemino eine Präedition der Ausgangstexte zur Vorbereitung für den Übersetzungsprozess an. Die Kosten für die einmalige Optimierung eines Ausgangstextes rentieren sich oftmals sehr schnell, z. B. bei einer Übersetzung dieses Textes in 20 Sprachen. Durch einen konsistenteren, verständlicheren, „internationalisierten“ Ausgangstext ist die Wiederverwendbarkeit durch Translation Memory-Technologie höher, haben Übersetzer einen geringeren Rechercheaufwand und ist ein geringerer Korrekturaufwand zu erwarten.

Was macht ein Localization Engineer?

Ein Localization Engineer ist ein Informatiker mit Zusatzausbildung, der für die technischen Aspekte bei der Übersetzung mithilfe von Translation Memory-Tools zuständig ist. Er beaufsichtigt und kontrolliert die Konvertierung und Rückkonvertierung der Dateien sowie die Integrität der Dateien nach erfolgter Übersetzung. Weiterhin erstellt er Übersetzungsspeicher aus alten, bereits übersetzten Dateien. Ein Localization Engineer ist auch für die Durchführung von Funktionstests der lokalisierten Version einer Software zuständig. Dabei wird sichergestellt, dass ein Produkt nach erfolgter Übersetzung auch weiterhin ordnungsgemäß funktioniert und dass die übersetzten Textinhalte auch in der laufenden Software richtig dargestellt werden.

Was bedeutet Desktop-Publishing?

Desktop-Publishing steht für das Erstellen von Satz und Layout eines Texts mithilfe der EDV. Es bezeichnet im Kontext der Lokalisierung die Wiederherstellung des Layouts des Originaldokuments nach erfolgter Übersetzung. Das Layout des Ausgangsdokuments muss aufgrund unterschiedlicher Textlängen in den verschiedenen Sprachen sowie unterschiedlicher Grafiken und Bilder im Anschluss an die Übersetzung überarbeitet werden. So müssen zumeist nicht nur Zeilen- und Seitenumbrüche neu gesetzt und lokalisierte Grafiken sowie Bilder eingesetzt, sondern auch Inhaltsverzeichnisse und Indizes neu erstellt, generiert und formatiert werden. Der Aufwand für DTP kann durch Globalisierung der zu übersetzenden Dokumente verringert werden.

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